Wie Kartenlegen (für mich) funktioniert – und was die Wissenschaft dazu sagt 

Die Karten lügen nie – und sie haben so viel Humor!

Kartenlegen ist für mich ein fester Bestandteil meiner Routine. Fast jeden Tag stelle ich eine oder mehrere Fragen und ziehe Karten, um eine Antwort zu erhalten – von offenen Fragen wie „Was bringt mir der heutige Tag?“ bis hin zu Entscheidungsfragen.

Gerade am Anfang haben mir die kleinen Erklärbüchlein der Kartendecks geholfen, die Karten zu lesen. Inzwischen vertraue ich oft auf meine erste spontane Assoziation.

Manchmal sind es auch ganz „unpassende“ erste Gedanken oder Gefühle, die beim Anblick der Karten hochkommen – und genau die sind oft entscheidend.

Diese erste intuitive Reaktion liebe ich besonders – sie hat mich schon oft zum Lachen gebracht, und ich bin immer wieder erstaunt, wie treffend die Botschaften der Karten sind.

So oder so regen sie mich zur Selbstreflexion an und holen Gefühle, Bedenken oder Wünsche an die Oberfläche, die ich ohne die Karten vielleicht nicht bewusst wahrgenommen hätte.

Vielleicht fragst du dich jetzt: „Wie kann es sein, dass die Karten immer passen?“

Was sind Lenormand-Karten?

Lenormand-Karten sind benannt nach der berühmten Wahrsagerin Marie-Anne Lenormand (1772–1843), die im 19. Jahrhundert mit klassischen Spielkarten (Herz, Karo, Pik, Kreuz) arbeitete. Das Standarddeck besteht aus 36 Karten mit Symbolen wie Turm, Baum oder Schlange.

Eines der bekanntesten klassischen Decks ist die sogenannte Blaue Eule. Ich persönlich habe das Lesen der Lenis mit dem Gilded Reverie Lenormand von Ciro Marchetti gelernt.

Ehrlich gesagt war mein erster Gedanke beim Anblick dieses Kartendecks: „Oh Gott, sind die hässlich, mit denen werde ich bestimmt nie arbeiten!“ Und heute? Liebe ich sie, weil sie einfach so sehr mit mir sprechen!

Diese Karten lösen durch ihre ausdrucksstarke, plakative und teils polarisierende Bildsprache starke Assoziationen aus, was es mir leichter gemacht hat, eine lebendige „Assoziations-Bibliothek“ an Deutungen aufzubauen.

Wie Kartenlegen (für mich) funktioniert

Lenormand-Karten lassen viel Interpretationsspielraum. Jede Karte hat eine Gruppe von Bedeutungen, und oft entfaltet sich der tiefere Sinn erst durch die Kombination mehrerer Karten.

Beispiel: Die Karte 19 – Der Turm kann sowohl für Institutionen, Einsamkeit und Isolation als auch für Schutz oder höhere Bildung stehen. Es wird dir durch den Kopf schießen wie: „Ach krass, ja, genau, ‚isoliert und einsam‘ fühle ich mich gerade!“ oder „Oh wow, ja! Höhere Bildung, das passt total.“

Was am meisten mit dir räsoniert, ist genau die Information, die du gerade brauchst.

Manche fragen: „Aber dann beeinflusse ich doch das Ergebnis?“ – Ja, und genau das ist der Punkt. Kartenlegen ist ein Werkzeug, um sich selbst klarer zu werden und neue Perspektiven zu gewinnen.

Ein weiterer Aspekt: Kombinationen. Turm + Klee könnten für „Glück oder Schutz durch eine Behörde“ stehen, Turm + Seil hingegen für „Konflikte mit einer Institution“.

Warum die Lenis zu jedem anders sprechen

Bleiben wir beim Beispiel Turm: Ich persönlich – als G-Projektorin, die Rückzug liebt – verbinde mit dem Turm regelmäßig „positives Alleinsein“ oder „höhere Bildung“. Doch in einem anderen Kontext kann er auch „Isolation“ symbolisieren.

Die Karten sprechen also nicht nur jeden Tag anders zu mir, sondern sie sprechen auch zu mir anders als zu dir.

Jeder von uns hat andere Assoziationen zu einem Bild oder Begriff. An was denkst du bei „Sarg“? An Krankheit, Tod oder Transformation und Neuanfang?

Entscheidend ist, dass wir eine Verbindung zu den Karten aufbauen. Je öfter wir sie ziehen und im Alltag Bestätigung finden, desto klarer wird ihre Sprache.

Lenis oder Orakelkarten?

Neben den Lenormand-Karten nutze ich auch gerne Orakelkarten wie das Schamanische Seelenorakel oder das Schamanische Traumorakel von Alberto Villoldo.

Auch diese Karten lösen durch ihre Bilder Assoziationen aus. Die Begleittexte sind oft bewusst vielschichtig, um Spielraum für eigene Deutungen zu lassen. Ich nutze Orakelkarten eher als Impulsgeber für den Tag oder die Woche.

Was Kartenlegen für mich bedeutet – und was nicht

Kartenlegen zeigt für mich keine festgelegte Zukunft. Es erinnert mich an meine innere Wahrheit. Die Karten sind ein Werkzeug der Selbstführung und fördern die Selbstwahrnehmung.

Es geht nicht darum, ein festgelegtes Schicksal aufzudecken, sondern das eigene innere Wissen zu erkennen und bewusste Entscheidungen zu treffen – eigentlich genau wie beim Human Design.

Was sagt die Wissenschaft?

Wissenschaftlich gibt es keine Beweise dafür, dass Kartenlegen Vorhersagen ermöglicht. Oft wird es mit dem Rorschach-Test verglichen – einem psychologischen Verfahren zur Interpretation mehrdeutiger Bilder.

Kartenlegen wird so zu einer Projektionsfläche, auf der wir Gedanken und Gefühle sichtbar machen. Es ist ein Werkzeug der Selbstreflexion und Persönlichkeitsentwicklung.

Fazit

Kartenlegen – besonders mit den Lenormand-Karten – ist für mich ein Weg, meiner Intuition und inneren Weisheit zu lauschen. Es verbindet Intuition, Symbolik und Selbstreflexion und hilft mir, neue Perspektiven zu finden.

Ob wissenschaftlich erklärbar oder nicht – entscheidend ist, dass die Karten mir helfen, meiner inneren Stimme zu lauschen und zu erkennen, was gerade für mich wichtig ist.